Anfang 25. von 300 (ohne Widmung)

„Oh, oh, oh“ schrie der der intergalaktische DJ aus und zog seine Tentakel zurück. Verdammt, fuhr es ihm siedend heiß und abrupt durch den Kopf, das tat weh. Er dachte an Sterne, die über ihm funkeln sollte, aber die Dame griff zu und er glaubte an einen Amboss, der ihm auf den Kopf fiel.

Hatte jemand mal erzählt, das der Spaß über die Grenzen einsamer Planeten nicht aufhört, oder? Hatte jemand gesagt, oder? Er rollte mit den Augen, aber diese Lady griff zu, als ob sie ihn auspressen wollte. Kannte sie keine Ongars? War ihr diese Welt so unvertraut?

Er stöhnte. Doch unter uns, das war keine Lust, das war gar nichts von dem, was er erwartet hatte. Und er hoffte, es würde bald vorbei sein. Der Himmel würde ihn wieder benetzen, und der Tag wäre endlich vorbei. Doch sie liess nicht los, und arbeitete an seinen Tentakeln, als gelte es die Welt daraus hervor zu pressen.

Er stöhnte wieder, aber das hatte mal gar nichts mit Lust zu tun. Er sah sein Leben vorbei ziehen. Sich selbst auf den Stufen zu seinem großen Gott und atmete laut seufzend durch.

„Gut, nicht wahr?“ lachte die blaue Dame. Sie hatte ihm 30 plümpfige Bastas gekostet, aber die hätte er in diesem Moment am liebsten durch den WInd gepfiffen. Was, zum Honkas, machte sie da eigentlich?

Er starrte mit großen, erschütternden Augen an die geblümten Wände des Etablissement. War das gerade sein persönlicher Weltuntergang? Das was man den kleinen Tod nannte? Das war kleiner Tod, das war eine Folter. Bitte, seufzte er innerlich, lass das einfach an mir vorbei gehen.

Er war ein Geheimagent. Wahrscheinlich der einzigste derer von Ongar. Er sollte endlich mal rausbekommen, warum die Förderation immer näher kam und die Dinge immer heikler wurden. Die Grenzen seines Reiches waren umlagert von der verrücktesten Rassen. Komisches Volk ohne Tentakel, die Steine wollten, die schon lange als wertlos galten. Tschka, mit einem langem Zischen am Ende, hatte gedacht, in diesem verdammten Puff etwas heraus zu bekommen.

Doch es war nur seltsam, schmerzhaft und eklig. Er würde schlimme Dinge für den Rest seines Lebens mit sich herumtragen und warum seine Tentakel als erotisch angesehen wurden, mochte er sich gar nicht vorstellen. Er klapperte mit den weißen Zähnen und zischte ein Mantra, das ihm einst sein Geistlicher gelehrt hatte. Half nichts. Brannte wie feuer und war alles andere als geil. Er stand neben sich und bemitleidete sich. Er befand sich in seinem Kopf und schrie nach Hilfe. Und die blaue Lady schmatzte ungeziemt vor sich hin.

Er dachte an seine Liebe. An ein Kreuzworträtsel. An seinen Chef. An seine Kündigung, die er einreichen würde und an das was er hinterher mit der Blauen machen würde. Er würde sie schnetzeln, in Scheiben schneiden, verdammt, sie verkleinen, und in den Aufguss werfen. Wie kam er bloss in diese Situation? In seinem Kopf hatten Flüche mittlerweile Leuchtreklamen. Er würde sein Leben lang den Tag verfluchen, er würde ihn seinen Kindern als Schrecken ohne Ende präsentieren und ihnen einbläuen: „Lernt etwas, lernt etwas…“

Damit es ihnen nicht so wie ihm erging. Sakra.

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Veröffentlicht von

jtaelling

Wortklauber und -verstreuer. Schimpft sich Autor an den guten Tagen. Dreht das Ding bis es rollt

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